09.02.2012 - Kreis
JU-Landesvorsitzender bei Senioren Union zu Gast
Stefan Gruhner, der Vorsitzende der Jungen Union Thüringens war Gastreferent der Februarveranstaltung der Ilmenauer Senioren Union zu dem Thema: „Verändert sich die CDU? Alte Antworten sind nicht falsch, neue Fragen kommen hinzu.“
Zu Beginn wurde darauf hingewiesen, dass das Schild des CDU-Büros in der Ilmenauer Schwanitzstraße beschädigt wurde, außerdem wurde ein handgeschriebener anonymer Drohbrief vorgelesen, den ein Ilmenauer CDU-Mitglied erhalten hatte, weil er einen Leserbrief in der TA geschrieben hatte. Stefan Gruhner, 27 Jahre alt, - auch CDU-Vorsitzender des Saale Orla Kreises-, berichtete von der Stichwahl um das dortige Landratsamt, aus der der CDU Kandidat erfolgreich gegen den SPD Amtsinhaber hervorgegangen war.
Vor knapp 50 Zuhörern, darunter auch drei Mitgliedern der regionalen Jungen Union beleuchtete Gruhner grundsätzlich Politik und veränderte politische Kultur in der deutschen Parteienlandschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Internationale Wettbewerbssituation, Demographie, hohe Verschuldung der staatlichen Haushalte und verändertes Politikverständnis kennzeichnen die Gegenwart. Generell bestehe in der Bevölkerung ein sinkendes Vertrauen in politische Institutionen, auch in den Bundestag. Trotz Demokratiezufriedenheit bestehe Unzufriedenheit mit den konkreten Leistungen der politischen Systeme. Es gebe das Bedürfnis nach mehr politischer Beteiligung, neue soziale Bewegungen und Stärkung plebiszitärer Elemente (Stuttgart 21, GS Stützerbach) bei geringerer Bereitschaft, selbst ein politisches Amt und längerfristige Verantwortung zu übernehmen oder sich an eine Partei zu binden. Er zeigte die große Einflussnahme auf, die über das Internet und seine Netzwerke erfolge.
Gruhner zeigte eine aktuelle Forsa-Studie über das Wahl-Verhalten der CDU/CSU Stammwähler und der CDU-Abwanderer zu verschiedenen Richtungsdebatten des letzten Jahres in der CDU z.B. zur Energiewende, Abschaffung der Wehrpflicht, EU-Rettungspaket, Abschaffung der Hauptschule, Betonung christlicher Werte. Laut Sorgenbarometer derselben Studie besteht die größte Angst vor der Staatsverschuldung. Gruhner stellte die Frage, wie können am Anfang des 21. Jahrhunderts Freiheit, Gerechtigkeit und Staat befriedigend miteinander verbunden werden. (Alt und Jung, Ost und West, Arbeit und Nichtarbeit, Familie und Kinderlose, Heimat und Globalisierung). Wie können wir mehr Gemeinsinn wecken. Identität und Heimat in unseren verschuldeten Kommunen stiften, wie die Zuwanderung regeln, wie soll die Integration vermittelt werden? Für die CDU bestehe die Konsequenz, den Bürgern relevante und glaubwürdige Botschaften zu vermitteln, es dürfe keine Kluft zwischen Partei und Wählern entstehen. Die CDU sollte undogmatisch, pluralistisch und werteorientiert sein, die Menschen müssen sich mit ihrer Lebenswirklichkeit in der Politiker- und Parteienwelt wiederfinden. Der wirtschaftliche Aufschwung und Gerechtigkeit müssen in Einklang stehen. Dahinter stehen die Grundwerte der CDU, die da sind Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und vor allem Subsidiarität. Vor allem die praktizierte Subsidiarität, aus der die Soziale Marktwirtschaft erwachsen ist, unterscheide die CDU wesentlich von allen anderen Parteien. Menschlichkeit erwachse nicht von oben herab, sondern durch Solidarität dort, wo sie sinnvoll und notwendig ist, also Hilfe zur Selbsthilfe. Im Gespräch bedankten wir uns bei Herrn Gruhner für alle Anregungen, die zum Weiterdenken einladen - hoffentlich nicht nur uns!